Motorsport Mit der Motorisierung nach dem zweiten Weltkrieg gab es im Sportverein Solidarität Lahr e.V. auch einige Mitglie- der die einen fahrbaren Untersatz ihr eigen nennen konnten. Waren es zunächst die Motorräder in allen Klassen vom Moped bis zur schweren BMW folgten bald auch die Pkw's. Überwiegend waren es damals die jungen Automechaniker, die den Weg zur Solidarität fanden. Zunächst wurden gemeinsame Ausfahrten organisiert. Zu diesen Fahrten in die nähere und weitere Umgbung wurden ältere Mitglieder, aber auch Insassen von Altersheimen einge- laden, denen damit große Freude bereitet wurde. Bei allen sportlichen Tätigkeiten der Solidarität stand der Mensch im Mittelpunkt. Das Fahr- zeug war nur das Hilfsmittel. Den Jungen reichte natürlich das Spazier- enfahren nicht aus. Wettbewerbe wurden geschaffen, zuerst das Ge- schicklichkeitsfahren. In Eigenarbeit wurden Geräte gezimmert und hergestellt. Auf öffentlichen Plätzen, zum Beispiel auf dem damaligen "Pumpenmättle" - wo das alte Feuerwehrhaus stand, auf dem Sonnen- platz oder im heutigen Feuerwehrhof wurden die einzelnen Übungen zum Parcours zusammengestellt. Beurteilungsregeln wurden geschaf- fen, um nach erfolgter Fahrt eine Bewertung erstellen zu können. Im Einzelnen gab es folgende Übungen zu erfüllen. Überfahren eines 10 cm breiten Spurbrettes, einen vorge- schriebenen Achter zu fahren, einen Kreis zu umrunden, über eine Wippe zu fahren, einen Speer aufnehmen und durch eine Zielscheibe schieben und zum Schluss genau auf einer Ziellinie zu halten. Die Geräterichter kontrol- lierten, ob die Übungen ohne Fehler absolviert wurden. Im Laufe der Zeit schafften immer mehr Aktive eine Null- runde und es musste eine Schwierigkeit hinzukommen: Die Zeit! Sieger wurde, wer in der kürzesten Zeit mit den wenigsten Strafpunkten über den Parcours kam. Bei diesen Übun- gen sollten die Fahrer lernen, ihr Fahrzeug auch in schwierigen Situationen zu beherrschen.    Was für die Zweiradfahrer galt, sollte natürlich den Pkw-Fahrern nicht vorenthalten werden. Die Pkw-Übungen waren auch hier auf die Situationen im öffentlichen Straßenverkehr abgestimmt. Vor dem Start musste eine Schätzaufgabe erfüllt werden. Der Fahrer musste sagen, ob er zwischen zwei aufgestellten Pfosten durchkommt - eine durch Holzklötze markierte Spurgasse galt es zu durchfahren - vorwärts in eine Park- lücke einparken - in möglichst kurzen Abständen vorwärts und rückwärts vor einer aufgestellten Wand zu halten - rückwärts einparken, einen Zielpunkt mit dem rechten Vorderrad zu erreichen und schließlich auf der Ziellinie zum Stehen kommen. Dabei spielte auch hier die Zeit eine wichtige Rolle. Für diese Art des Motorsportes fanden sich immer mehr junge Leute in der Solidarität zusammen. Von Lahr aus wurden viele der damaligen Vereine im Bezirk inspiriert, so dass es dann jährlich zu Meister-schaften kam, vom Verein über den Bezirk - das Land - bis zur Bundesmeisterschaft in der Solidarität. Was praktisch auf abgeschlossenen und gesicherten Plätzen geübt wurde, sollte natürlich auch im öffentlichen Straßenverkehr nutzbar angewendet werden. Orientierungsfahrten wurden ausgearbeitet und durchgeführt. Dabei galt es nach Straßenkarten oder vorgeschrie- benen Symbolen Kontrollpunkte anzufahren und ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Das Wesentliche dabei war die Voraussetzung eine bestimmte Geschwindigkeit einzuhalten. Bei zu frühem oder zu spätem Ankommen gab es Strafpunkte. Dass dabei die Straßenverkehrsordnung strickte eingehalten werden musste, wurde besonders über- wacht und damit die Teilnehmer zum richtigen Verhalten auf der Straße erzogen. Die Lahrer Soli-Motorsportler waren bald landauf, landab, ja im ganz Bundesgebiet als starke Kontrahenten bekannt und heimsten bei vielen Wettbewerben Ehrenpreise und Titel ein. Auch als Organisator von vorzüglichen Wettbewerben war Lahr bekannt geworden, so dass den Lahrern die Übertragung und Aus- richtung von Landes- und Bundesmeisterschaften übergeben wurde. Zu einem riesigen Spektakel wurden 1970 die Bundes- meisterschaften in Lahr. Gute Verbindungen bestanden auch damals zu der in Lahr stationierte Fliegertruppe der Kanadier, die einen eigenen Motorsportclub gründeten. Dies ermöglichte uns auf dem Flugplatzgelände Automobilslaloms abzuhalten, wobei insbesondere das Kurvenfahren und die Beherrschung des Fahrzeugs in Extremsituationen im Vordergrund standen. Eine besondere Veranstaltung wurde in jener Zeit in Gemein- samkeit mit der Polizei unter dem damaligen Polizeikommis- sar Sauer, dem Deutschen Roten Kreuz und der Ärzteschaft von Lahr abgehalten. Alkohol im Blut ! Unter strenger Kontrol- le nahmen einige aktive Teilnehmer Alkohol zu sich. Es wurde damit bewiesen, dass die Fahrsicherheit mit Alkohol im Blut verloren geht. Deshalb galt für die Solidarität immer und zu jeder Zeit:  Hände weg vom Steuer, wenn Alkohol im Blut ! Die Motorsportgruppe des SV Solidarität Lahr e.V. hat sich immer wieder dafür eingesetzt, allen Verkehrsteilnehmern zu helfen. Für die Bevölkerung wurden kostenlose Pannen- kurse organisiert oder im Winter das Anfahren bei Schnee und Glatteis insbesondere an steilen Stellen vorgeführt und geprobt. Als Übungsstelle bot sich die Panzerstraße von Sulz zum Langenhard hin an.Die sportlichen Höhepunkte waren zweifellos die internationalen Treffen der Verbände aus Deutschland, dem ARBOE in Österreich, dem ATB in der Schweiz und der Arbeitersportler im Elsaß. Leider ist der Motorsport in der Solidarität durch den enorm verstärkten Straßenverkehr und die damit verbunde- nen strengeren Genehmigungsbedingungen und nicht zuletzt auch durch die immer mit höheren Kosten verbun- denen Auflagen zum Erliegen gekommen. Viele heute betagte Autofahrer werden sich sicherlich noch an die dem Gemeinwohl dienenden Veranstaltungen der Soli Lahr erinnern.     Aus der Geschichte des Motorsports beim SV Solidarität Lahr Sportverein Solidarität Lahr e.V. - info@soli-lahr.de DATENSCHUTZ